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Für Bernina Glaciers spannen zwei Destinationen zusammen

Der Verein Erlebnisraum Bernina Glaciers konnte in den letzten vier Jahren 20 Projekte entwickeln. Zu den Highlights gehören die Aussichtsplattform auf Diavolezza oder der Gletscherweg.

Fadrina
Hofmann
Dienstag, 05. Juni 2018, 04:30 Uhr Abschlussbericht
Fantastische Bergwelt: Die Gletscherregion bei Pontresina ist ein Tourismusmagnet mit viel Potenzial.
PONTRESINA TOURISMUS

Das Bernina-Gebiet zwischen dem Engadin und der Valposchiavo fasziniert schon seit jeher mit seiner atemberaubenden Gletscherlandschaft. Das ewige Eis mit der einmaligen Aussicht von der Bergstation Diavolezza auf das Berninamassiv, der einfache Zugang zum Morteratschgletscher über einen Themenweg oder die Gletschermühlen in Cavaglia sind beliebte Touristenattraktionen. Die spektakuläre Berninalinie der Rhätischen Bahn gehört sogar zum Unesco-Welterbe.

Im Jahr 2013 ist der Verein Erlebnisraum Bernina Glaciers gegründet worden mit dem Ziel, gemeinsam und koordiniert in die Angebotsentwicklung zu investieren. Federführend sind Pontresina Tourismus und Valposchiavo Tourismus. Die ersten Projekte, welche im Zusammenhang mit Bernina Glaciers realisiert werden konnten, wurden von Fördergeldern der kantonalen Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützt. Nun liegt der Schlussbericht vor.

Eis, Energie und Zeit

«In der vier Jahre dauernden NRP-Periode ist es dem Verein gelungen, über 20 neue Angebote mit den Vereinsmitgliedern gemeinsam zu realisieren», heisst es im Fazit des Schlussberichts. Es wurde mehr als eine Million Franken in die Angebotsentwicklung vor Ort durch die Partner investiert und es wurden zwölf konzeptionelle Arbeiten unterstützt.

«Daneben hat Bernina Glaciers das Bewusstsein für die Hauptthemen von Bernina Glaciers – Eis, Energie und Zeit – gestärkt», heisst es weiter. «Das Projekt hat vor allem auch ermöglicht, dass die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Pontresina und der Gemeinde Poschiavo in unterschiedlichsten Themen enger wurde», sagt Jan Steiner, Geschäftsführer von Pontresina Tourismus. Bei Bernina Glaciers kommen zwei Regionen mit zwei Kulturen und zwei Sprachen sowie zwei touristischen Destinationen zusammen.

Per Ende 2017 ist die vierjährige Beitragszusicherung von NRP-Geldern im Umfang von 300'000 Franken beendet worden. In der Projektzeit konnte der Verein verschiedene Produkte weiterentwickeln beziehungsweise neu aufbauen. Als Highlights werden im Abschlussbericht die Aussichtsplattform auf Diavolezza, der Gletscherweg zum Morteratsch und die Einführung verschiedener Kinderbücher genannt. «Diese Angebote wurden von den Mitgliedern finanziert», betont Steiner. Die Vereinsmitglieder haben sich zur Fortsetzung des Projekts entschlossen – auch ohne kantonale Gelder. «Dies ist der beste Beweis, dass das Projekt als Erfolg gewertet werden kann», meint der Touristiker. Zu den sogenannten A-Mitgliedern des Vereins Bernina Glaciers gehören die RhB, Diavolezza-Lagalb AG, Valposchiavo Turismo, Pontresina Tourismus sowie der Verein Gletschermühlen.

Wie asiatische Gäste herlotsen?

In Zukunft möchte der Verein vor allem die Leuchttürme Unesco, Diavolezza, Gletscher sowie 365 Tage Schneeangebot weiter vorantreiben. Viel Potenzial hat noch der Winter. Mit neuen Angeboten wollen die Vereinsmitglieder die potenziellen Winter-gäste ansprechen. In einem nächsten Schritt sollen deswegen die Winterangebote geprüft und, wo nötig, angepasst und optimiert werden. «Es kann gut sein, dass diesbezüglich für die Zukunft wiederum ein NRP-Antrag gestellt wird», sagt Steiner. Eine der wichtigen Fragen, mit welchen sich der Verein Bernina Glaciers in Zukunft beschäftigen will, ist, wie vermehrt Touristen auf die Ostlinie der Alpendurchquerung gelotst werden könnten. Die vorwiegend asiatischen Gäste landen in Milano und haben dann die Möglichkeit, via Cervinia– Klein Matterhorn–Zermatt weiter ihre Europatour zu planen oder von Milano über Comersee–Tirano–Bernina-Express–Diavolezza–St. Moritz–Chur weiter durch Europa zu touren. «Genau für diese Ostlinie müssen die Produkte von der Unterkunft über die Angebote im Schnee weiter ausgebaut werden», meint Steiner.

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