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Bemerkenswertes aus 22 Jahren Champy Cup

Der Champy Cup ist Geschichte. Nach dem Aus blicken wir etwas wehmütig in die 22-jährige Chronik des Bündner Traditionsturniers.

Patrick
Kuoni
Dienstag, 02. Oktober 2018, 04:30 Uhr Unihockey
Alligator Malans darf sich als letzter Sieger des Champy Cups feiern lassen.
YANIK BÜRKLI

1997: Vom 12. bis 14. September wird in der Turnhalle der Gewerbeschule Chur erstmals der Champy Cup ausgetragen. Der ehemaligen Torpedo-Chur-Präsident Hermann Eggler hat das Turnier ins Leben gerufen. Das Teilnehmerfeld, welches acht Mannschaften aus dem In- und Ausland umfasst, darf sich sehen lassen (drei einheimische Vereine, Tschechische Nati, vier Mannschaften aus Schweden.) Das Budget beträgt über 50’000 Franken.

1999: Reduktion des Teilnehmerfeldes von acht auf sechs Teams, erste finnische Mannschaft Josba Joensuu am Turnier. Rot-Weiss Chur nimmt das einzige Mal nicht teil.

2000: Umbenennung in «Heineken Champy Cup», Benefizveranstaltung zu Gunsten MS Graubünden und Stiftung Fontana für Hörbehinderte. Erstmals sind vier NLA-Teams im Einsatz. Neben den drei Bündnern nimmt auch Wiler-Ersigen teil. Die Berner Christian Moesch und Ueli Reinmann sorgen für Aufsehen, als sie auf der GBC-Wiese campieren.

2001: Einführung effektive Spielzeit.

2002: Präsidentenkonferenz Nationalliga am Champy Cup. Nach Cup und Meisterschaft gewinnt Alligator Malans auch den Champy Cup.

Unihockey-Champy Cup 2002: Alligator Malans nach 7:5-Finalsieg gegen Wiler-Ersigen erstmals Gewinner des Champy-Cup-Vorbereitungsturniers in Chur. Der Malanser Schwede Martin Olofsson (rechts) erzielt den zweiten Malanser Treffer. (Bild: Jakob Menolfi)

2003: Jönköping holt als erste Equipe zum zweiten Mal den Sieg. Höhepunkt bleibt das Nostalgiespiel ehemaliger Akteure von Torpedo und Rot-Weiss Chur. Ein Jahr später ist die Fusion zu Chur Unihockey perfekt.

2004: Neuer Modus mit fünf Mannschaften, erstmalige Austragung des Junioren Champy Cup.

2005: Kaum zu überbietendes Teilnehmerfeld: Die drei Landesmeister aus Schweden, Tschechien und der Schweiz, darunter der amtierende Europacup-Sieger nehmen am Turnier teil.

Champy Cup 2005: Andreas Cadisch (links) setzt sich gegen zwei Malanser durch (Bild: Jakob Menolfi)

2006: Aufreger am Champy Cup: Alligator Malans tritt im Startspiel gegen Wiler-Ersigen nicht in stärkster Formation an. Die beiden Finnen Esa Jussila und Tatu Väänänen – Letzterer ist der neu verpflichtete Verteidiger – wurden ebenso geschont wie Adrian Capatt und Michael Pfiffner. Für das Verhalten der Verantwortlichen hatte OK-Chef Eggler damals kein Verständnis. Er erklärte gegenüber der Zeitung «Südostschweiz»: «Wir lassen den Malansern als Meister und Cupsieger der letzten Saison die Ehre zukommen, das Turnier zu eröffnen, und dann dies. Das ist ein Affront dem OK und nicht zuletzt auch den Fans gegenüber.» Malans verlor dann auch mit 3:10 gegen Wiler.

2008: Neuer Modus mit sechs Teams in zwei Gruppen, erstmals ein Damen-Spiel (Piranha Chur – Dekanka Prag) am Champy Cup. Die zwei schwedischen Teams Järfälla und Landskrona geniessen vor allem das Churer Nachtleben, drei Schweizer stehen zuoberst in der Tabelle. Erst zwei Jahre später erscheint mit Pixbo wieder ein schwedischer Topverein – und gewinnt im Penaltyschiessen.

2009: Der Schweizer Unihockeyverband führt am Champy Cup in Zusammenarbeit mit dem sportwissenschaftlichen Institut von Magglingen, Swiss Olympic und dem niederländisch-österreichischen Unternehmen Inmotio eine professionelle Wettkampfanalyse durch. An dieser nahmen alle sechs Teams teil. Aus den gewonnenen Daten liessen sich beispielsweise sportartspezifische Belastungsgrössen ableiten (Beschleunigungen, Anzahl Sprints, gelaufene Strecke usw.) oder taktische Merkmale, welche die Trainer als wertvolle Grundlage für die Arbeit im konditionellen und taktischen Bereich dienen. Esa Jussila, finnischer Topskorer von Alligator Malans, lief zum Beispiel am Champy Cup in einem Match 4,2 Kilometer – Andreas Ahlqvist, Stürmer vom schwedischen Verein Järfälla IBK, brachte es auf 6,8 Kilometer.

Bild 2009: Jussila (rechts, mit Datensender), rechts Mark Wolf, Projektleiter. (Bild: Jo Diener)

2011: Jubiläums-Turnier mit Top-Besetzung: Aus Schweden Pixbo Wallenstam und aus Finnland Espoon Oilers. Ausserdem: Neues Turnierlogo, neuer Auftritt, neue Homepage.

Jan Binggeli für einmal nicht für Chur Unihockey am Champy Cup 2011, sondern für den finnischen Klub Espoon Oilers, wo er damals spielte. (Bild: Jakob Menolfi)

2012: Der Champy Cup findet nicht mehr in Chur statt. «Wir haben die Schnauze voll. Das machen wir nicht mehr mit», erklärte Hermann Eggler gegenüber der Zeitung «Südostschweiz». Grund für den Zorn des Champy Cup-Chefs erster Stunde ist der alljährliche Knatsch mit der Stadt Chur wegen derer seiner Ansicht nach übertriebenen Sicherheitsbestimmungen bei grösseren Anlässen wie seinem Champy Cup. Dass die Preise für die dreitätige Miete der Gewerblichen Berufsschule (GBC) während der letzten Augustwoche in den letzten sieben Jahren förmlich explodiert sind und die Stadt mit immer strengeren Vorschriften nach Egglers Empfinden keine Gelegenheit auslässt, der reibungslosen Durchführung des renommierten Unihockey-Saisonvorbereitungsturniers in Chur Steine in den Weg zu legen, bringt den OK-Präsidenten in Rage. Als Konsequenz zieht der Champy-Cup nun aus Chur weg. Im August 2013 wird erstmals in der Turnhalle Lust in Maienfeld gespielt. Die Äusserungen von Eggler sorgten damals für Kritik beim Stadtpräsidenten Christian Boner und GBC-Direktor Peter Andres.

Hermann Eggler vor der ersten Austragung in Maienfeld 2013. (Bild: Olivia Item)

2013: Erste Austragung des Champy Cups in der Turnhalle Lust in Maienfeld.

2016: 20-Jahre-Jubiläum Champy Cup, Alligator gewinnt das Turnier.

Champy Cup 2016 in Maienfeld. Ketil Kronberg von IBK Dalen, OK-Präsident Hermann Eggler und Claudio Laely von Alligator. (Bild: Theo Gstöhl)

2018: Die letzte Austragung des Turniers.

Der letzte Sieger des Turniers (UHC Alligator Malans). (Bild: Yanik Bürkli)

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