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Zwei der drei Drittligisten gehen zufrieden in die Pause

Während der FC Schmerikon und der FC Eschenbach in der 3.-Liga-Meisterschaft an der Tabellenspitze der Gruppe 4 überwintern, hat sich der FC Uznach (Rang 9) bisher schwergetan. Letzterer muss zudem einen neuen Trainer bestimmen.

Linth-Zeitung
Donnerstag, 08. November 2018, 04:37 Uhr Fussball
Unterschiedliche Ausgangslage: Während sich Kevin Federspiel (rechts) mit dem FC Schmerikon bei Saisonhälfte in der Poleposition befindet, muss Roman Eicher (hinten) mit dem FC Uznach in der Rückrunde Boden gutmachen.
Bild Silvano Umberg

Sie hätten vermutet, dass es keine einfache Saison werden würde, schickt Sandro Rizzo voraus. «Wir hatten im Sommer einige Abgänge zu verzeichnen und haben dann viele eigene A-Junioren in die Mannschaft integriert», begründet der Sportchef der Uzner, der dieses Amt auf diese Spielzeit hin von Marco Rieder übernommen hat.

Angepeilt war zur Winterpause ein Platz im sicheren Mittelfeld. Geworden ist es Rang 9, mit einem Polster von lediglich einem Zähler auf das Schlusslicht. «Der Sieg im letzten Match vor der Winterpause war wichtig. Am Tabellenende überwintern zu müssen, wäre bitter gewesen», sagt Rizzo.

Eine Einstellungsfrage

Auf die Gründe für die unbefriedigende Vorrunde angesprochen, nennt Rizzo die fehlende Erfahrung und Konstanz, aber auch Verletzungssorgen. «Es sind einige Routiniers ausgefallen, speziell in der Abwehr. Solche Lücken vermögen die jungen Spieler noch nicht zu kompensieren.» Das stetige Auf und Ab macht der 52-Jährige aber auch an der teils mangelhaften Einstellung einiger Akteure fest. «Ich bekam immer wieder das Gefühl, dass es um die Motivation nicht immer zum Besten stand», gesteht der FCU-Sportchef, der seit vier Jahren im Verein aktiv ist (zuletzt war er Trainer der A-Junioren) und kennt sich deshalb bestens aus.

Einen ähnlichen Eindruck hatte offenbar das langjährige Trainerduo gewonnen, speziell bei der 2:4-Pleite in Bütschwil Ende September, worauf sich Daniel Eicher zum sofortigen Rücktritt entschied. Auch Arno Landolt tat kund, sich zurückziehen zu wollen, erklärte sich aber bereit, die Vorrunde noch fertigzumachen, damit der Verein nicht einen Schnellschuss tätigen muss, sondern bei der Suche nach einem Nachfolger gezielt vorgehen kann.

Zwölf Bewerber für Traineramt

So wie es aussehe, könne er zum Ende der kommenden Woche den neuen Trainer präsentieren, sagt Rizzo. Kaum sei der Abgang des Trainerduos kommuniziert gewesen, hätten sich umgehend Interessenten gemeldet. «Es gab zwölf Kandidaten, darunter bekannte Namen und gute ehemalige Fussballer – das zeigt, das der FC Uznach in der Region nach wie vor einen guten Ruf hat», freut sich der Sportchef. Am Montag wählte die Sportkommission die vier besten Bewerbungen aus. Ab Freitag finden nun intensivere Gespräche statt. Dies auch im Beisein des Spielerrats, der allerdings nur beratend mitwirken kann.

«Es gab zwölf Kandidaten – das zeigt, dass der FC Uznach in der Region nach wie vor einen guten Ruf hat.»
Sandro Rizzo, Sportchef FC Uznach

Ein wichtiger Faktor bei der Trainerauswahl ist für Rizzo das Zwischenmenschliche. Zudem müsse der neue Trainer Freude daran haben, mit jungen Spielern zu arbeiten. «Wir haben eine sehr junge Mannschaft und wollen auch in Zukunft immer wieder eigenen Nachwuchs integrieren», betont der Sportchef.

Aktuell ist dem Uzner Team eine Fussball-Pause gegönnt. Schon bald soll dann unter dem neuen Trainer wieder geübt werden. Abgänge dürfte es bis zum Frühling keine geben, dafür einige Zuzüge. «Wir sind an zwei Neuverpflichtungen dran», verrät Rizzo. «Dazu habe ich zwei Junioren und zwei, drei Spieler aus der 2. Mannschaft (belegt nach dem Abstieg aktuell Rang 1 in der 4. Liga; die Red.) im Auge, die dem ‘Eins’ weiterhelfen könnten.»

Entwicklung macht stolz

Mit einem sehr guten Gefühl kann sich der FC Schmerikon in die Winterpause verabschieden. Das Team von Trainer Gordan Culum hat sich den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters gesichert, führt die Tabelle punktgleich mit Nachbar Eschenbach an. Beide Teams haben neun ihrer elf Partien gewonnen (bei je zwei Niederlagen). Er sei sehr zufrieden mit den Auftritten der Mannschaft, sagt Schmerikons Präsident Vincenzo Cristofaro. Gleichzeitig erhebt er mit Blick auf die Frühjahrsrunde den Mahnfinger: «Wir dürfen den Erfolg nicht als Selbstverständlichkeit sehen, sondern müssen weiter hart dafür arbeiten.» Dass es so gut gelaufen sei, freue ihn vor allem deshalb, weil eine intensive Aufbauarbeit dahinterstecke, die nun offensichtlich Früchte trage. «Die Fortschritte zeigen sich nicht nur im spielerischen Bereich, sondern auch bezüglich Disziplin.» Letzteres ist dem Präsidenten ein wichtiges Anliegen. «Die erste Mannschaft ist Vorbild und Aushängeschild des Vereins. Daran orientieren sich die anderen Mitglieder», begründet er. Nicht zuletzt könnten die Strafpunkte das Zünglein an der Waage spielen, wenn es denn zum Schluss wirklich um den Aufstieg gehen sollte.

«Wir dürfen den Erfolg nicht als Selbstverständlichkeit sehen, sondern müssen weiter hart dafür arbeiten.»
Vincenzo Cristofaro, Präsident FC Schmerikon

Den Sprung in die 2. Liga würde Cristofaro freuen. Er betont jedoch, dass es seitens des Vorstands keinerlei Druck gebe. «Der Aufstieg ist das Ziel des Trainers und der Spieler.» Deshalb suche man im Hinblick auf die Rückrunde auch nicht nach Verstärkungen. «Es gibt aber einige Interessenten», verrät der Präsident.

Von neuem Schwung profitiert

Ziemlich ähnlich wie sein Amtskollege Cristofaro zu Schmerikon äussert sich Urs Kälin, der Präsident des FC Eschenbach, zur Vorrunde seines Fanion- teams. Ein Unterschied: Für Kälin kommt der eigene Erfolg eher überraschend. «Wir hatten im Sommer doch einige gewichtige Abgänge zu verzeichnen. Zudem übernahm ein neues Trainerteam. Da durfte man ein solch gutes Abschneiden nicht unbedingt erwarten.»

«Das neue Trainerduo brachte neuen Schwung und leistet sehr gute Arbeit.»
Urs Kälin, Präsident FC Eschenbach

Roger Kielholz und dessen Assistenten Marcus Waldmeier sieht Kälin als einen der Hauptgründe dafür, dass es so gut gelaufen ist. «Das neue Trainerduo brachte neuen Schwung und leistet sehr gute Arbeit.» Zudem seien einige Spieler aufgeblüht, die zuvor etwas im Schatten des zu Schmerikon abgewanderten «Stars» Yves Helbling gestanden waren. Und nicht zuletzt hätten die sehr motivierten Nachwuchsleute, die eingebaut wurden, dem Team sehr gutgetan. «Die Chemie stimmt», hält Kälin fest.

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