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Maillard will nicht Nachfolger von Ständerätin Savary werden

Der Verzicht von Géraldine Savary auf eine Ständeratskandidatur 2019 hat im Kanton Waadt die Karten für die nationalen Wahlen neu gemischt. Zumal mit Staatsrat Pierre-Yves Maillard ein weiteres SP-Schwergewicht auf das nationale Parkett zurückkehren könnte.

Agentur
sda
Mittwoch, 07. November 2018, 18:09 Uhr Lausanne
Staatsrat Pierre-Yves Maillard (l.) will 2019 nicht für den frei werdenden Sitz von Géraldine Savary kandidieren. (Archiv)
Staatsrat Pierre-Yves Maillard (l.) will 2019 nicht für den frei werdenden Sitz von Géraldine Savary kandidieren. (Archiv)
Keystone/DOMINIC FAVRE

Savarys Rückzug könnte die Liste der SP für die nächsten Parlamentswahlen schwächen, weil sie als Wahllokomotive gilt. «Die SP Waadt verliert eine wichtige Persönlichkeit auf ihrer Liste im Jahr 2019», sagte die Präsidentin der Waadtländer Sozialdemokraten, Jessica Jaccoud, am Mittwoch der Agentur Keystone-SDA.

«Die Frage nach der Nachfolge ist ein weiteres Element, das in unserer Gesamtstrategie berücksichtigt werden soll. Die Stärke unserer Partei ist, dass sie über mehrere sehr glaubwürdige Persönlichkeiten verfügt», sagte Jaccoud.

Maillard für Nationalrat

Als möglicher Nachfolger für Savary ist der Waadtländer Staatsrat Pierre-Yves Maillard in aller Munde, der in wenigen Wochen als neuer Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) gewählt werden will. Doch dieser winkt - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - ab.

Eine Kandidatur von ihm für den Ständerat sei «sehr unwahrscheinlich», sagte er auf Anfrage. «Ich habe mich entschieden, für den Nationalrat zu kandidieren, falls ich zum SGB-Präsidenten gewählt werden sollte. Und dabei bleibe ich auch.» Viele Frauen verliessen den Ständerat. Er werde nicht dabei helfen, dass alle durch Männer ersetzt werden, fügte er hinzu.

Es stellt sich die Frage: wer sonst? «Wir haben zum Beispiel drei gute Frauen, die in den Nationalrat gewählt wurden: Ada Marra, Rebecca Ruiz und Brigitte Crottaz», antwortete Maillard. «Aber für konkrete Aussagen ist es zu früh und diese Frage betrifft die Partei.»

Ada Marra interessiert

«Ich bin interessiert, aber es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen», sagte Ada Marra, die seit 2007 Mitglied des Nationalrats ist. Fraktionspräsident Roger Nordmann gehört ebenfalls zu den möglichen Kandidaten.

Die Präsidentin der SP Waadt äusserte sich zurückhaltend. In Bezug auf Maillard erinnerte sie daran, dass er noch nicht zum SGB-Präsidenten gewählt worden sei. Und er ist nicht der Einzige, der den Ständerat ins Visier nehmen kann. «Wir prüfen alle Möglichkeiten», sagte sie.

Die Vertretung der Frauen sei ein grundsätzliches Thema, aber die SP Waadt dürfe nicht die einzige Sektion sein, das sich darum kümmere Andere Parteien und Kantone müssen ebenfalls ihre Verantwortung wahrnehmen.

FDP mit Français

Sicher ist: Die FDP wird den bisherigen Ständerat Olivier Français ins Rennen schicken. «Er wird unser Kandidat sein», bestätigte Marc-Olivier Buffat, Parteipräsident der FDP Waadt. Zu den möglichen sozialdemokratischen Kandidaten äusserte er sich nicht. Seine Sorge sei, dass das Volk kompromissfähige Kandidaten wähle, sonst schwäche es den Kanton Waadt, sagte er.

Ebenfalls sicher ist: Vor dem nächsten Wahlkampf wird die SP Waadt die Regeln für Wahlspenden präzisieren und die entsprechenden Kontrollen verstärken. Dazu gehören auch Konten von Unterstützungskomitees ausserhalb der Partei, wie es bei Savary der Fall war. Der Milliardär Frederik Paulsen hatte den Wahlkampf von Savary und dem ehemaligen gründen Ständerat Luc Recordon mitfinanziert.

Savary gab am Dienstag vor den Medien ihren Rückzug aus dem Ständerat 2019 bekannt. Dabei räumte sie ein, bei der Kampagne 2011 einen zusätzlichen Betrag von 7000 Franken erhalten zu haben, den sie der Partei verheimlicht hatte. Zuvor war die Sozialdemokratin bereits wegen Reisen nach Russland und Spanien, die Paulsen bezahlt hatte, ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

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