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Keine höhere Mindestlöhne in den Tankstellenläden

Für Angestellte in Tankstellenshops gilt im nächsten Jahr kein höherer Mindestlohn. Der Verband hat die Forderung der Angestelltenverbände nach einer Erhöhung um 100 Franken abgewiesen.

Agentur
sda
Mittwoch, 07. November 2018, 11:27 Uhr Bern
Für die Arbeit im Tankstellenladen gibt es im nächsten Jahr nicht mehr Lohn. (Themenbild)
Für die Arbeit im Tankstellenladen gibt es im nächsten Jahr nicht mehr Lohn. (Themenbild)
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die Kaufkraft der Shop-Angestellten - viele davon Frauen mit kleinen Pensen - müsse gewährleistet bleiben, begründeten die Gewerkschaften Unia und Syna sowie der Kaufmännische Verband im Communiqué vom Mittwoch die Forderung. Die 2015 ausgehandelten Löhne seien zu tief.

Auch verwiesen die Verbände auf die höheren Umsätze von Tankstellen mit Shops, trotz höherem Ölpreis. Zudem seien sie wegen ihrer erweiterten Öffnungszeiten gegenüber anderen Detailhandelsgeschäften im Vorteil. Der Verband der Tankstellenshop-Betreiber der Schweiz (VTSS) lehnte die Forderung ab.

Die Mindestlöhne hätten um 2,5 Prozent erhöht werden müssen, schrieb er. Zudem profitierten die Angestellten von 2018 in Kraft getretenen neuen GAV-Konditionen und Mindestlöhnen. Die Shop-Betreiber müssten als Folge der GAV-Einführung die Lohnsummen um 5 bis 10 Prozent erhöhen und dies erst einmal finanziell verkraften.

«Gesättigt und hochkompetitiv»

Laut VTSS ist der Markt für Tankstellenläden zudem «gesättigt und hochkompetitiv». Sinkende Treibstoffverkäufe erhöhten diesen Druck noch. Als Folge davon sei die Zahl der Tankstellenläden seit einigen Jahren leicht rückläufig.

Die Gewerkschaften beklagen zudem, dass der VTSS nicht Hand bieten wolle für die Einführung von Mindestlöhnen im Tessin. Den Südkanton habe der Bundesrat von den Mindestlöhnen im allgemeinverbindlich erklärten GAV ausgenommen, weil die Tankstellenlobby Druck gemacht habe, schrieben sie dazu.

Es sei davon auszugehen, dass viele Arbeitgeber sich der Bedeutung des GAV noch keineswegs bewusst seien und die Akzeptanz des GAV entsprechend fragil sei, entgegnet der VTSS. Eine Lohnerhöhung könnte das Projekt in Schieflage bringen, gerade im Tessin, wo der Widerstand gegen den GAV besonders gross gewesen sei.

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