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Fall Khashoggi: Saudische Delegation in Ankara eingetroffen

Mehr als eine Woche nach dem Verschwinden des saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi ist eine Delegation aus Saudi-Arabien in der Türkei eingetroffen. Sie habe mit den Ermittlungen in dem Fall zu tun, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Agentur
sda
Freitag, 12. Oktober 2018, 14:10 Uhr Washington
Nach dem Verschwinden des saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi ist eine Delegation aus Saudi-Arabien in der Türkei eingetroffen.
Nach dem Verschwinden des saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi ist eine Delegation aus Saudi-Arabien in der Türkei eingetroffen.
KEYSTONE/AP/PETROS GIANNAKOURIS

Über das Wochenende soll die Gruppe in Ankara türkische Behördenvertreter treffen. CNN Türk berichtete, auf der Agenda stünden Gespräche darüber, wann und wie türkische Ermittler das saudische Konsulat inspizieren könnten.

Am Donnerstagabend hatte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin angekündigt, dass die Türkei und Saudi-Arabien im Fall des in Istanbul verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi auf Bitten Saudi-Arabiens gemeinsam ermitteln würden. Man werde den Fall «in all seinen Facetten» in einer Arbeitsgruppe beleuchten.

Khashoggi (59) hatte am 2. Oktober das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Türkische Polizei- und Regierungskreise gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück.

In der Nacht war ein höchst brisanter Bericht der «Washington Post» erschienen, der den Verdacht gegen die saudische Staatsführung zu erhärten schien. Demnach sollen türkische Behörden Ton- und Videoaufnahmen haben, die belegen, dass Khashoggi erst verhört, dann gefoltert und schliesslich getötet wurde. Das Blatt, für das Khashoggi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen von türkischen und amerikanischen Beamten.

Die Existenz der Bänder dürfte allerdings auch die Türkei in Erklärungsnot bringen. Aus offiziellen Stellen gab es in der Türkei zu dem Bericht am Freitagvormittag keine Reaktionen.

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