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«Nur im Auto brauche ich sie nicht»

Seine Welt ist die Musik. Und davon versteht Blues’n’Jazz-Mediensprecher Marc Lindegger eine ganze Menge. Um die neuen und alten Sounds auch richtig geniessen zu können, braucht er sein Schmuckstück.

Jérôme
Stern
Samstag, 09. Juni 2018, 04:30 Uhr Von der Swissair zum Blues’n’Jazz
Nicht ohne seine Kopfhörer: Marc Lindegger braucht für den perfekten Musikgenuss die richtige Ausrüstung.
JEROME STERN

Marc Lindegger, Ihr Schmuckstück sind Kopfhörer. Hören Sie Musik ausschliesslich damit?

Meistens. Ich höre sehr viel Musik, auch beruflich. Und dafür bevorzuge ich meine Kopfhörer, ausser natürlich beim Autofahren. Nur Schallplatten höre ich lieber über Lautsprecher – das passt einfach besser.

Sind es Kopfhörer einer bestimmten Edelmarke?

Nein, es sind gute, aber nicht übertrieben teure Sennheiser-Kopfhörer. So viel ich mich erinnern kann, kosteten sie etwa 200 Franken.

Haben Sie schon immer Kopfhörer bevorzugt?

Ja. Wenn man noch bei den Eltern wohnt, finden die laute Musik ja nicht so cool. Da sind Kopfhörer ganz nützlich.

Hört man mit Kopfhörern anders?

Sicher. Ohne plätschert die Musik irgendwo im Hintergrund, mit Kopfhörern ist man ausschliesslich zum Hören da. Wenn ich wirklich Musik hören will, brauche ich Kopfhörer.

Hören Sie mit diesen Kopfhörern auch die Demo-CDs für das Blues’n’Jazz?

Das mit den Demo-CDs ist wohl bald vorbei. Heute kriegen wir meistens Links zugeschickt oder hören uns über Youtube oder Streamingplattformen Songs an. Sogar die alten Blueser sind heute auf diesen Plattformen unterwegs.

Hören Sie überhaupt noch CDs?

Ich habe zu Hause ein ganzes Gestell voller CDs, aber ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal eine angehört habe. Im Auto höre ich CDs – aber im Auto brauche ich keine Kopfhörer. In meinem Auto habe ich sechs CDs mit verschiedenen Musikarten. Zwei Klassik-CDs, zwei mit härteren und zwei mit gemütlichen Sounds.

Wie sieht es mit Vinyl aus, haben Sie zu Hause eine Plattensammlung?

Ja, die habe ich. Manchmal höre ich mir auch eine Platte an, ergänzt wird die Sammlung aber nicht mehr.

Wie entdecken Sie neue Bands?

Häufig über den Streamingdienst Spotify. Wöchentlich erhalte ich eine Playlist mit Vorschlägen, manchmal hat es da wahre Trouvaillen darunter. Und ich profitiere von meinen Kindern, wir tauschen uns punkto Musik recht oft aus. Sie machen mich auf neue Künstler aufmerksam – oder ich gebe ihnen Tipps.

Am diesjährigen Blues’n’Jazz treten ausschliesslich Bands auf, die schon mal hier waren ...

Neue Musiker mussten wir dieses Mal nicht suchen. Die Schwierigkeit bestand darin, aus dem riesigen Fundus die passenden Künstler auszuwählen. Wir hatten 18 Konzert-Slots. Das ist wenig, wenn man bedenkt, was wir alles hätten bringen können. Zudem mussten die Stilrichtungen auf den Bühnen zusammenpassen.

Werden Sie sich die Beizenkonzerte am Donnerstagabend anhören?

Ja. Wir vom Team der Carré Event haben uns abgesprochen, wer in welche Beiz geht. Dafür haben wir einen genauen Plan erstellt. Nach den Gigs treffen wir uns auf der Runde.

Von der Swissair zum Blues’n’Jazz
Marc Lindegger wurde 1954 in Rapperswil geboren. Bei der damaligen Swissair machte er eine Lehre als Luftverkehrsangestellter, wechselte jedoch bald in den Journalismus. So arbeitete er unter anderem bei Radio Zürisee. Seit zehn Jahren ist er beim Veranstalter des Blues’n’Jazz, der Carré Event AG, Mediensprecher. Abgesehen von kurzen Unterbrüchen lebte Lindegger stets in der Stadt. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt mit seiner Familie in der Rapperswiler Altstadt.

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