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Sommelière Anna-Lena Junge: «In meiner Familie war Wein kein grosses Thema»

Anna-Lena Junge wurde von Gault Millau zur besten Sommelière des Jahres gewählt. Südostschweiz-Redaktorin Ruth Spitzenpfeil hat sie erzählt, wie sie zum Wein kam, obwohl sie aus der Gegend von Krombach stammt und was vom Bündner Wein des Jahrgangs 2018 zu erwarten sei.

Ruth
Spitzenpfeil
Dienstag, 09. Oktober 2018, 04:48 Uhr Drei Fragen an...
Anna-Lena Junge sorgt für den passenden Wein zum Essen im Schloss Schauenstein.
RUTH SPITZENPFEIL

Frau Junge, Sie sind nicht nur als Frau, sondern auch mit Ihren erst 29 Jahren eine Ausnahmeerscheinung unter den Sommeliers. Wurde Ihnen der Beruf in die Wiege gelegt?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin in einer Biergegend aufgewachsen, bei Krombach in Nordrhein-Westfalen. In meiner Familie war Wein kein grosses Thema. Ich begann mich dafür erst in der Hotelfach-Ausbildung zu interessieren, insbesondere während eines Praktikums in Südafrika. Ich habe dann im International Wine Institute in Bad Neuenahr die Ausbildung zur Sommelière gemacht. Um gut zu werden, muss man aber immer dranbleiben und ständig weiterlernen. Das wird in Deutschland sehr gefördert.

Bevor Sie nach Graubünden kamen, kannten Sie überhaupt die hiesigen Weine?

Im Ausland weiss man sehr wenig von Schweizer Weinen. Bevor ich mit meinem damaligen Freund, einem Koch, nach Fürstenau kam, hatte ich gar keine Berührungspunkte zur Bündner Herrschaft. Ich habe dann angefangen, die Weingüter, die quasi vor unserer Haustüre liegen, selbst zu besuchen. Es war ungemein spannend zu entdecken, wie innovativ man in solch einer kleinen Region sein kann.

Wie wird der Jahrgang 2018?

Das Wetter war sehr heiss und trocken. Das heisst also, der Wein wird einen hohen Zuckergehalt haben – ähnlich wie im Jahr 2009 oder 2015. Das bedeutet, dass es wahrscheinlich ein eher üppiger Wein werden wird. Ob man sich darüber freuen kann? Ich weiss, viele Weintrinker haben das sehr gerne. Ich selbst schätze es allerdings nicht so sehr.

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