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Das sagen die Sportler zum «86er-Phänomen»

Beinahe die Hälfte aller Bündner Olympiagoldmedaillen haben wir einem einzigen Jahrgang zu verdanken. Carlo Janka, Dario Cologna, Sandro Viletta, Nino Schurter, Nevin Galmarini und Alex Fiva sind 1986 auf die Welt gekommen. Wir haben bei den Sportlern nach einer Erklärung gefragt.

Tanja
Egli
Freitag, 05. Oktober 2018, 16:32 Uhr Ein Jahrgang, acht Bündner Olympiasiege
Nevin Galmarini, Carlo Janka, Sandro Viletta und Alex Fiva haben zum «86er-Phänomen» Stellung genommen.
MONTAGE SO

«Wir wissen natürlich von diesem Zufall», so Nevin Galmarini, Carlo Janka, Sandro Viletta und Alex Fiva auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Dass der Jahrgang 1986 ein starker Jahrgang sei, kann insbesondere Skicrosser Alex Fiva als ehemaliger Skirennfahrer bestätigen: «Im Skisport war der 86er-Jahrgang extrem stark.» Der jüngere Jahrgang 87 sei – Beat Feuz ausgenommen – deutlich schwächer gewesen. «Wir haben uns gegenseitig stark gepusht.» Ein starker Jahrgang sei allerdings nicht immer ein Vorteil gewesen. Manchmal habe es an wichtigen Schweizer Rennen zu wenige Startplätze gegeben. Wer nicht top war, musste auf andere Rennen ausweichen, so Fiva.

Andere Jahrgänge wurden auch gefördert

Weshalb gleich sechs Bündner Weltklasse-Sportler denselben Jahrgang haben, ist für die vier allerdings unerklärlich. Als Jugendliche seien Dario Cologna und Nevin Galmarini am Hochalpinen Institut in Ftan sehr gut gefördert worden. «Aber das wurden andere Jahrgänge auch», fügt Galmarini an. Auch Fiva glaubt nicht, dass es an besonderen Förderprogrammen liege, schliesslich kommen beinahe alle aus verschiedenen Sportarten. Es sei halt einfach ein guter Jahrgang, begründen Janka und Viletta das Phänomen mit einem Schmunzeln.

Fleissige Mitverfolger

Fiva verfolgt den Weg seiner Jahrgänger mit grossem Interesse mit. Mit den «Alpinen» habe er sowieso sehr viel Kontakt. Auch mit Nino Schurter sei er schon auf der einen oder anderen Biketour gewesen. Er sei einmal fast mit Sandro Viletta im österreichischen Skigymnasium in Stans zur Schule gegangen. Fiva entschied sich dann aber für einen anderen Weg und begann 2004 ein Lehre bei Würth. Er spielte übrigens damals als Ausgleichssportart American Football und gehörte einige Jahre dem Kader der Calanda Broncos an.

Bei Carlo Janka, Sandro Viletta und Nevin Galmarini sieht es ähnlich aus. Auch sie verfolgen den Weg ihrer Jahrgänger fleissig mit. «Ich bin ein grosser Sportfan und interessiere mich sehr für alle Sportarten», so Galmarini. Insbesondere mit Alex Fiva habe er eine enge Beziehung. «Mit ihm zusammen habe ich das Swiss Epic absolviert und dabei stark gelitten.» Ein solches Erlebnis schweisse sehr stark zusammen, bestätigen beide. Etwas würde Galmarini allerdings besonders gut gefallen: «Ich würde sehr gerne einmal mit Nino biken gehen, leider kenne ich ihn nicht so gut.» Sollte Nino Schurter also diesen Artikel lesen, werden Galmarini und er vielleicht bald einmal zusammen auf dem Bike anzutreffen sein.

Kennt Ihr noch andere Bündner Bekanntheiten mit dem Jahrgang 1986? Schreibt es in die Kommentarspalte.

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